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Karriererückblick: 15 Jahre Dang/Zacharias

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Karriererückblick: 15 Jahre Dang/Zacharias
Teil II
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Matthias Dang und Thorsten ZachariasFast 500 DHB-Spiele haben Matthias Dang und Thorsten Zacharias geleitet, bis sie nun zum Ende der abgelaufenen Saison die Pfeife "an den Nagel gehängt" haben. Die beiden Anfang-Vierziger tun das nicht aus Altersgründen.
Den vielen beruflichen und privaten Einschnitten wird Tribut gezollt. Im zweigeteilten handball-world.com Interview sprechen die beiden über besondere Momente und die Eigenheiten des Schiedsrichters-Daseins, geben aber auch sehr private Einblicke. In diesem ersten Teil geht es dabei um die Schiedsrichterei, die Fehlentscheidungen, aber auch unvergessliche Momente für das Gespann mit sich brachte.
Das erste Spiel im Bereich des DHB habt ihr 1993 in Eitra zwischen dem gastgebenden TV und der HSG Dutenhofen geleitet. Zwei Jahre später folgte dann das erste Spiel in der 1. Liga zwischen Nettelstedt und Flensburg. Habt ihr noch Erinnerungen an diese Spiele?

Thorsten Zacharias:
Von den ca. 500 DHB/HBL-Spielen sind das gerade die Spiele, die noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben sind. In Eitra, unserem ersten Punktspiel im DHB, hatte ich mir noch in der ersten Halbzeit das Kreuzband im rechten Knie gerissen. In der Halbzeitpause wurde mein Knie dick bandagiert, damit ich den Rest des Spieles durchhalten konnte. Heute weiß ich nicht mehr, wie ich das geschafft habe. Im Nachhinein würde ich sagen, ich war jung und brauchte das Geld!

Matthias Dang:
Das erste Spiel in der 1. Liga zwischen Nettelstedt und Flensburg 1995 war für uns natürlich sehr aufregend und spannend. Beide Mannschaften rangierten zu dem Zeitpunkt im oberen Drittel der Tabelle und für uns als Neulinge konnte es nur darum gehen, einigermaßen heil und ohne gravierende Fehlentscheidungen aus dieser Nummer herauszukommen. Letztendlich gelang uns das ganz gut, so dass das Unternehmen "Schiedsrichter in der 1. Liga" beginnen konnte.

In 13 Jahren Bundesliga gab sicher einige besonders schöne Szenen und auch einige aufregende Situationen. Welche Eindrücke sind haften geblieben?

Matthias Dang:
Negativer "Höhepunkt" unserer SR-Laufbahn war wohl 2007 das Spiel SC Magdeburg - VfL Gummersbach. Es stand Unentschieden in der letzten Spielminute. Magdeburg ist in Ballbesitz, Rückraumspieler steigt hoch, wird gefoult, kann aber noch an den frei stehenden Kreisläufer abspielen - in dem Moment (wenige Sekunden vor Spielende) ertönt unser Freiwurfpfiff. Vorteil nicht abgewartet - und das in einer absolut spielentscheidenden Situation im Topspiel. Der Super-Gau für jeden Schiedsrichter.

:: Thorsten Zacharias
"Wir haben ernsthaft überlegt, sofort aufzuhören."


Thorsten Zacharias:
Und um alles noch schlimmer zu machen, entschieden wir auf 7m-Wurf für Magdeburg, um unsere Fehlentscheidung zu kompensieren. Das mit Abstand Schlimmste was passieren kann, war passiert.

Welche Auswirkungen hatte das Spiel für euch?

Thorsten Zacharias und Matthias Dang:
Diese Schlussphase werden wir wohl niemals vergessen. Anschließend haben wir ernsthaft überlegt, sofort aufzuhören. Peter Rauchfuß hat mit viel Geduld und Feingefühl dafür gesorgt, dass dieses Spiel nicht unser letztes war.

Aber es gab doch sicher auch viele positive Eindrücke…

Thorsten Zacharias:
Schöne Szenen gab es viele. Die tolle Atmosphäre in den großen Handballarenen wie Köln, Hamburg, Kiel und Stuttgart. Wenn diese Hallen voll sind, dann tanzt der Bär und jeder der dabei ist weiß wieder, was an diesem Sport so einzigartig ist.

Matthias Dang:
Das Final-Four in Hamburg. Wir waren viermal dabei und haben zweimal das Finale leiten dürfen. Das größte, was ein Handballschiedsrichter in Deutschland erreichen kann. Das waren jedesmal unvergessliche Momente, mit vielen Emotionen und großem Sport.

Mit dem Endspiel im Final Four und dem Relegationsrückspiel um den Bundesligaaufstieg jetzt - um zwei Spiele herauszugreifen - habt ihr dieses Jahr wieder wichtige Entscheidungsspiele geleitet. Wie stellt ihr euch auf Spiele generell ein und wie gelingt es euch, eine einmal festgelegte "Linie" durchzuhalten?

Thorsten Zacharias:
Für solche Spiele hat unsere langjährige Erfahrung dazu beigetragen, die Ruhe und Selbstsicherheit auszustrahlen. Auch die Fähigkeit sich in die Rolle der Spieler und Trainer hineinversetzen zu können, ist sehr hilfreich. Das war bei uns nicht immer so, da haben wir viel lernen müssen. Verständnis für die Reaktionen eines Trainers aufzubringen, der in einem wichtigen Spiel in Rückstand liegt, gehört genauso dazu, wie taktische Undiszipliniertheiten rechtzeitig zu ahnden.

Matthias Dang:
Spieler akzeptieren dich am ehesten, wenn du verlässlich bist und deine Linie "durchschaubar" ist. Deshalb ist eine einheitliche Linie entscheidend für eine erfolgreiche Spielleitung. Wenn du das begriffen hast, ist es einfach es auch umzusetzen.



 


Schlagzeile

Der Deutsche Handballbund hat, wie bereits am 16. März im Anschluss an eine außerordentliche Präsidiumssitzung angekündigt, alle Schiedsrichter seines A-Kaders sowie diejenigen, welche in den vergangenen drei Jahren internationale Spiele gepfiffen haben, im persönlichen Gespräch angehört.

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