Der Deutsche Handballbund hat, wie bereits am 16. März im Anschluss an eine außerordentliche Präsidiumssitzung angekündigt, alle Schiedsrichter seines A-Kaders sowie diejenigen, welche in den vergangenen drei Jahren internationale Spiele gepfiffen haben, im persönlichen Gespräch angehört.
Das Ergebnis stellte DHB-Präsident Ulrich Strombach gemeinsam mit Reiner Witte, Präsident der TOYOTA Handball-Bundesliga, am Samstag nach den Pokal-Halbfinals in Hamburg in einer Pressekonferenz vor. „Der Deutsche Handballbund hat einen sauberen Schiedsrichterkader. Das wird auch in der ganzen Welt so anerkannt“, sagte Strombach. „Wir müssen alles tun, um diesen Ruf aufrechtzuerhalten. Dabei haben wir eine gemeinsame Verantwortung.“
Ein dreiköpfiger Ausschuss des DHB, bestehend aus Strombach, Witte und Horst Bredemeier, DHB-Vizepräsident Leistungssport und Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, hatte beginnend am Karfreitag alle betroffenen Referees in drei Etappen befragt, ob sie auf Spielmanipulationen angesprochen worden seien oder von solchen Vorwürfen gehört hätten. „Übereinstimmend und glaubhaft“ habe das Gremium festgestellt, dass die deutschen Schiedsrichter in dem überprüften Zeitraum „absolut sauber“ gewesen seien, sagte Strombach, und dies gelte damit auf nationaler Ebene auch für die Vereine. Strombach: „Wir haben diese Anhörung durchgeführt, weil wir uns unserer Verantwortung gegenüber den Schiedsrichtern und den Vereinen bewusst sind.“ Bei allen nach dieser Anhörung bekanntwerdenden Unregelmäßigkeiten drohte der Präsident mit erheblichen Sanktionen.
Vom europäischen Verband zu behandeln und zu klären ist vor allem noch der Fall der Magdeburger Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich, die einen Bestechungsversuch aus 2006 verschwiegen. Eine Mitte März an die EHF gestellte förmliche Anfrage sei bisher noch ohne förmliche Antwort geblieben, sagte Strombach. „Für uns ist das keine korrekte Erledigung.“ Ebenso wie Witte wartet Strombach auf eine weitere Erklärung der EHF. „Wir wollen einen abschließenden Bericht von der EHF haben und wissen, wie im Nachhinein mit den Fällen umgegangen worden ist“, sagte Witte auch mit Blick auf die von Lars Geipel und Marcus Helbig sowie Holger Fleisch und Jürgen Rieber angezeigten Bestechungsversuche.
Quelle: dhb.de








